(Quelle: erftverband.de)

📖 Lexikon

Beim Bahnengolf gibt es zahlreiche Begriffe, AbkĂŒrzungen und Bezeichnungen, die im Training, bei Turnieren, in PistenplĂ€nen und im GesprĂ€ch unter Spielern verwendet werden.

Viele dieser Begriffe beschreiben bestimmte Schlagtechniken, das Verhalten des Balles oder Eigenschaften des Materials. Andere Bezeichnungen sind vor allem im Vereinssport entstanden und werden nicht ĂŒberall völlig einheitlich verwendet.

Dieses Lexikon soll deshalb vor allem dabei helfen, die wichtigsten Begriffe rund um Bahnengolf, BÀlle, SchlÀger und Spieltechnik besser zu verstehen.

đŸŒïž Allgemeine Begriffe

Abschlag
Der Bereich am Anfang einer Bahn, von dem der Ball gespielt wird. Je nach Bahnsystem gelten unterschiedliche Vorgaben fĂŒr GrĂ¶ĂŸe und Lage des Abschlagbereiches.

Bahn
Eine einzelne Spielbahn einer Minigolfanlage. Eine Wettkampfrunde besteht bei den genormten Bahnsystemen normalerweise aus 18 Bahnen.

Hindernis
Ein bauliches Element einer Bahn, das der Ball auf dem vorgeschriebenen Weg ĂŒberwinden muss.

Grenzlinie
Eine auf der Bahn markierte Linie, die unter anderem festlegt, wann ein Hindernis als ĂŒberwunden gilt oder von welchem Bereich aus der Ball weitergespielt beziehungsweise abgelegt werden darf.

Ruhepunkt
Die Position, an der ein Ball nach einem Schlag zur Ruhe gekommen ist. Dieser Punkt kann fĂŒr den nĂ€chsten Schlag oder fĂŒr das Ablegen des Balles relevant sein.

Einlochen
Der Ball erreicht das Zielloch und kommt dort zur Ruhe. Damit ist die jeweilige Bahn beendet.

Otto / Glocke
Bezeichnung fĂŒr eine Bahn, auf der der Ball nach sechs SchlĂ€gen noch nicht eingelocht wurde. Nach den internationalen Spielregeln werden maximal sechs SchlĂ€ge gespielt; anschließend wird die Bahn mit sieben Punkten gewertet. :contentReference[oaicite:2]{index=2}

🎯 Begriffe rund um den Balllauf

Bandenschlag
Der Ball wird gezielt gegen eine Bande gespielt, um seine Richtung zu verĂ€ndern und anschließend zum Ziel zu laufen.

Bandenwinkel
Der Winkel, unter dem der Ball auf die Bande trifft und von ihr abprallt. HÀrte, OberflÀche, Geschwindigkeit und Temperatur des Balles können das tatsÀchliche Verhalten beeinflussen.

Bahnzug
Eine Bahn kann den Ball durch ihre Neigung, Unebenheiten oder andere bauliche Eigenschaften in eine bestimmte Richtung ziehen. Dieser Einfluss muss beim Zielen berĂŒcksichtigt werden.

Am Loch gerissen / Lochreißer
Der Ball trifft den Bereich des Loches, fĂ€llt aber nicht hinein, sondern lĂ€uft ĂŒber die Lochkante und verĂ€ndert dadurch seine Richtung.

Tot
Bezeichnung fĂŒr einen Ball mit sehr geringer Sprunghöhe und entsprechend ruhigem beziehungsweise langsamem Verhalten.

Lauffreudig
Bezeichnung fĂŒr einen Ball, der bei gleicher SchlagstĂ€rke vergleichsweise weit und schnell lĂ€uft.

Vorbanden / Vorbande
Ein Schlag, bei dem der Ball zunÀchst eine Bande oder ein anderes Bahnelement erreicht, bevor er den vorgesehenen weiteren Laufweg nimmt.

↔ Links- und Rechtsdenken

Links denken beziehungsweise rechts denken beschreibt eine typische Denkweise beim Zielen. Der Ball wird nicht unbedingt sichtbar schrĂ€g gespielt, sondern der Spieler stellt sich den gewĂŒnschten Laufweg beziehungsweise Treffpunkt gedanklich entsprechend links oder rechts vor.

Diese Begriffe sind stark vom persönlichen Sprachgebrauch und von der Erfahrung des jeweiligen Spielers abhÀngig.

đŸŒïž Schlagtechniken

Gerader Schlag
Der Ball wird ohne bewusst eingebrachte seitliche Rotation möglichst gerade in Richtung Ziel gespielt.

Schnitt
Eine Schlagtechnik, bei der dem Ball gezielt eine Rotation gegeben wird. Je nach AusfĂŒhrung kann der Ball dadurch nach dem Auftreffen auf eine Bande anders reagieren.

Ziehschnitt
Eine Variante des Schnittschlags, bei der die Schlagbewegung und die Ausrichtung des SchlÀgers eine gezielte Rotation des Balles erzeugen.

SchlÀger aufmachen
Der SchlĂ€ger wird im Moment des Schlagens gegenĂŒber der ursprĂŒnglichen Ausrichtung etwas geöffnet. Dadurch kann der Ball gezielt in eine bestimmte Richtung beeinflusst werden.

SchlÀger zumachen
Der SchlĂ€ger wird entsprechend etwas geschlossen angesetzt beziehungsweise gefĂŒhrt. Auch dies kann zur gezielten Beeinflussung der Ballrichtung eingesetzt werden.

Ausholen
Die kontrollierte RĂŒckwĂ€rtsbewegung des SchlĂ€gers vor dem eigentlichen Schlag. Die LĂ€nge des Ausholens beeinflusst gemeinsam mit der Bewegungsgeschwindigkeit die SchlagstĂ€rke.

Durchschwingen
Die kontrollierte Bewegung des SchlÀgers nach dem Ballkontakt. Ein abruptes Abstoppen des SchlÀgers nach dem Kontakt sollte vermieden werden. Der DMV empfiehlt einen kontrollierten VorwÀrtsschwung. :contentReference[oaicite:3]{index=3}

🔄 Rotation und Schnitt

Bei einem Schnittschlag wird der Ball bewusst in Rotation versetzt. Die Rotation kann insbesondere bei BandenschlÀgen eine wichtige Rolle spielen.

Welche Rotation sinnvoll ist, hĂ€ngt von der Bahn, dem Auftreffpunkt, dem Ball und der gewĂŒnschten Laufrichtung ab. Deshalb werden SchnittschlĂ€ge vor allem mit zunehmender Spielerfahrung wichtig.

Die Begriffe und die genaue AusfĂŒhrung können sich zwischen Vereinen und Spielern teilweise unterscheiden. Im Lexikon sind sie deshalb als allgemeine Begriffe und nicht als einheitlich normierte Schlagdefinitionen zu verstehen.

🏐 Ballbegriffe

Sprunghöhe
Die Sprunghöhe beschreibt, wie hoch ein Ball bei einer definierten PrĂŒfung zurĂŒckspringt. Der DMV beschreibt die PrĂŒfung mit einem Fall aus einem Meter Höhe auf Beton bei 25 °C. Die zulĂ€ssige maximale Sprunghöhe betrĂ€gt 85 cm. :contentReference[oaicite:4]{index=4}

HĂ€rte / Shore
Die HĂ€rte eines Balles wird ĂŒblicherweise in Shore angegeben. Je höher der Wert, desto hĂ€rter ist das Material. Der DMV beschreibt den Bereich von 0 Shore als sehr weich bis 100 Shore als sehr hart. :contentReference[oaicite:5]{index=5}

Gewicht
Das Gewicht beeinflusst unter anderem die Spurtreue des Balles. Der DMV beschreibt schwere BĂ€lle als weniger empfindlich gegenĂŒber bestimmten BahnzĂŒgen, wĂ€hrend leichte BĂ€lle stĂ€rker reagieren können. :contentReference[oaicite:6]{index=6}

Durchmesser
Zugelassene BahnengolfbĂ€lle besitzen einen Durchmesser zwischen 37 und 43 mm. Die GrĂ¶ĂŸe kann beispielsweise bei hohen oder flachen Banden und bestimmten Hindernissen eine Rolle spielen. :contentReference[oaicite:7]{index=7}

OberflÀche
Bei BahnengolfbÀllen kommen unter anderem Glattlack, Raulack und Rohlinge vor. Die OberflÀche beeinflusst das Verhalten an der Bande. :contentReference[oaicite:8]{index=8}

Rohling
Ein Ball mit unbearbeiteter beziehungsweise besonders wenig bearbeiteter OberflÀche. Rohlinge können ein starkes Bandenverhalten zeigen.

Raulack
Eine strukturierte, rauere OberflÀche, die insbesondere bei bestimmten BandenschlÀgen verwendet wird.

Glattlack
Eine glatte lackierte BalloberflĂ€che. Sie ist bei vielen BĂ€llen die ĂŒbliche OberflĂ€chenvariante.

đŸŒĄïž Ball wĂ€rmen / Ball kochen

Ball wÀrmen bezeichnet das gezielte ErwÀrmen eines Balles, um dessen Spieleigenschaften an die aktuellen Bedingungen anzupassen.

Beim sogenannten Kochen wird der Ball stÀrker als auf normale Zimmertemperatur erwÀrmt. Dadurch können sich unter anderem Sprunghöhe und Bandenverhalten verÀndern.

Die Temperatur ist deshalb insbesondere bei kalten Außentemperaturen ein wichtiger Faktor bei der Ballwahl. Die grundlegenden ZusammenhĂ€nge zwischen Temperatur, Sprungverhalten und Spieleigenschaften sollten jedoch immer mit dem konkreten Ball betrachtet werden.

🔱 AbkĂŒrzungen fĂŒr Balleigenschaften

Auf BĂ€llen, in Balllisten und insbesondere in PistenplĂ€nen werden zahlreiche AbkĂŒrzungen verwendet. Nicht jede AbkĂŒrzung ist dabei international einheitlich geregelt. Viele Bezeichnungen stammen aus dem Sprachgebrauch einzelner Hersteller oder aus der Bahnengolfpraxis.

📏 Basisdaten

  • cm – Sprunghöhe des Balles
  • sh – HĂ€rtegrad in Shore
  • g – Gewicht des Balles

📐 GrĂ¶ĂŸe

  • K – kleiner Ball
  • M – mittelgroßer Ball
  • G – großer Ball

đŸ§Ș HĂ€ufige OberflĂ€chen- und MaterialkĂŒrzel

  • L – lackiert
  • M – Mattlack
  • R – Rohling
  • RR – rauher Rohling
  • X – Raulack
  • XX – extra rauher Raulack
  • SL – Speziallack
  • S – Speckling

Einige weitere KĂŒrzel wie B, C, D, LÜ oder U können sich auf Hersteller, Lackarten oder bestimmte historische beziehungsweise herstellerspezifische Bezeichnungen beziehen. Solche KĂŒrzel sollten deshalb immer im Zusammenhang mit der jeweiligen Ballserie betrachtet werden.

🔍 Beispiele fĂŒr Ballbezeichnungen

Die Bezeichnungen können mehrere Eigenschaften miteinander kombinieren.

  • GBL – großer Ball mit Baumerlack
  • KM – kleiner Ball mit Mattlack
  • MSL – mittelgroßer Ball mit Speziallack
  • GRR – großer rauher Rohling

Solche Kurzbezeichnungen sind jedoch nicht als allgemein verbindliche internationale Norm zu verstehen. Bei Àlteren Ballserien und verschiedenen Herstellern können identische Buchstaben unterschiedliche Bedeutungen besitzen.

📋 Ballwahl

Ballwahl bezeichnet die Entscheidung, welcher Ball fĂŒr einen bestimmten Schlag eingesetzt wird.

Dabei können unter anderem Sprunghöhe, HĂ€rte, Gewicht, GrĂ¶ĂŸe, OberflĂ€che und Temperatur berĂŒcksichtigt werden. Der DMV weist ausdrĂŒcklich darauf hin, dass die große Auswahl an BĂ€llen aus den unterschiedlichen Anforderungen der Bahnen entstanden ist. :contentReference[oaicite:9]{index=9}

Ein bestimmter Ball ist deshalb nicht automatisch „der beste“. Entscheidend ist vielmehr, ob seine Eigenschaften zur jeweiligen Bahn und zur geplanten Schlagvariante passen.

đŸ§œ Ball reinigen

Ein Ball kann wÀhrend des Spiels verschmutzen. Die Sauberkeit des eigenen Balles liegt grundsÀtzlich in der Verantwortung des Spielers.

Soll ein im Spiel befindlicher Ball zur Reinigung aufgenommen werden, muss seine Lage vorher eindeutig markiert werden. Das ist auch in den internationalen Spielregeln festgelegt. :contentReference[oaicite:10]{index=10}

🏆 Begriffe im Turniersport

Schiedsrichter
Eine fĂŒr die Einhaltung der Spielregeln und die Entscheidung bei Regel- beziehungsweise Spielsituationen zustĂ€ndige Person.

Bahnrichter
Ein im Turnier eingesetzter FunktionstrĂ€ger, der insbesondere die regelgerechte DurchfĂŒhrung des Spiels ĂŒberwachen kann.

Zusatzpunkt
Ein zusĂ€tzlicher Punkt, der bei bestimmten RegelverstĂ¶ĂŸen oder besonderen Spielsituationen entsprechend dem Regelwerk angerechnet werden kann.

Homologation
Die offizielle Zulassung beziehungsweise Anerkennung von Material oder Anlagen nach den dafĂŒr geltenden Bestimmungen.

đŸ§± Bahnsysteme und Fachbegriffe

Im organisierten Minigolfsport gibt es verschiedene Bahnsysteme. Zu den bekannten Systemen gehören unter anderem Beton, Miniaturgolf, Cobigolf, Sterngolf und Filzgolf. Daneben werden weitere Anlagen unter dem Begriff Minigolf Open Standard (MOS) zusammengefasst. :contentReference[oaicite:11]{index=11}

Die unterschiedlichen Systeme besitzen eigene Bahnmaße, Hindernisse und teilweise unterschiedliche Vorgaben fĂŒr Abschlag, Ablegen und das Betreten der Bahn. Deshalb sollte ein Fachbegriff immer im Zusammenhang mit dem jeweiligen Bahnsystem betrachtet werden.

Mehr Informationen zu den einzelnen Systemen findest du auf der Seite Spielsysteme .

📚 Quellen und weiterfĂŒhrende Informationen

Die Informationen dieses Lexikons wurden anhand von Veröffentlichungen des Deutschen Minigolfsport Verbandes (DMV) sowie der bestehenden Bahnengolf-Fachsprache zusammengestellt.

DMV – Das Equipment beim Minigolf:
đŸŒïž Das Equipment

DMV – Die richtige Schlagtechnik:
đŸŒïž Schlagtechnik

DMV – Bahnsysteme im Überblick:
đŸ§± Bahnsysteme

DMV – Internationale Wettkampf-Spielregeln:
📋 Spielregeln

DMV – BĂ€lle und ihre Eigenschaften:
🏐 BĂ€lle und ihre Eigenschaften

DMV – Aktuelles Regelwerk:
📚 DMV-Regelwerk